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Hörsturz – der Infarkt im Ohr
Er kommt meistens unerwartet und ohne Ankündigung, der Hörsturz. Ausmaß und Dauer können unterschiedlich sein: von leicht gedämpftem Hörempfinden bis hin zur völligen Taubheit. Schmerzen treten dabei nicht auf. Hin und wieder begleiten Ohrgeräusche die Hörstörung. Betroffen ist in der Regel nur ein Ohr. Die Häufigkeit von Spontanheilungen schon nach kurzer Zeit ist relativ hoch. Das ist auch gut so, denn die genauen Ursachen dieser Hörstörung sind bisher kaum bekannt. Daher gibt es auch keine konkreten Heilmethoden.
Vermutete Ursachen eines Hörsturzes
Experten gehen davon aus, dass mehrere Faktoren an einem Hörsturz beteiligt sein könnten. Dazu zählen unter anderem:
- Schädigungen im Innenohr (z. B. durch Dauerlärm, Knalltrauma)
- altersbedingter Verschleiß der Haarzellen in der Hörschnecke
- Durchblutungsstörungen im Innenohr
- Störungen der Nervenbahnen
- chronischer Stress oder Bewegungsmangel
- Medikamente, Alkoholgenuss und Rauchen
- Stoffwechselerkrankungen wie Diabetes
- Probleme der Halswirbelsäule
Hörstürze treten bei Männern häufiger auf als bei Frauen, während sie bei Kindern sehr selten sind.
Diagnose: Wie ein Hörsturz festgestellt wird
Um einen Hörsturz eindeutig festzustellen, werden zunächst Gehörgang und Trommelfell untersucht. Anschließend erfolgt ein Hörtest, um andere Ursachen und Erkrankungen auszuschließen. Frequenz-Hörtests messen dabei den Grad des Hörverlustes, während weitere Testverfahren zeigen, ob die Hörschnecke beschädigt oder die Schallleitung beeinträchtigt ist.
Wenn keine Hinweise auf eine Primärerkrankung vorliegen, stellt der Arzt schließlich die Diagnose „Hörsturz“.
Behandlung und Verlauf
Nach heutigen Erkenntnissen werden in den meisten Fällen Ruhe und Entspannung verordnet, da häufig ein Zusammenhang mit Stress angenommen wird. Sehr oft werden durchblutungsfördernde Medikamente eingesetzt, weil als möglicher Auslöser eine Art Infarkt in den sehr feinen Blutgefäßen des Innenohres vermutet wird. Auch eine Sauerstoffbehandlung kann die Heilung fördern.
Glücklicherweise klingen die Symptome eines Hörsturzes häufig innerhalb kurzer Zeit ab – teilweise auch ohne medikamentöse Unterstützung. Dennoch wird eine ärztliche Abklärung empfohlen, besonders wenn der Hörverlust stark ist oder auch nach mehreren Stunden keine Besserung eintritt.
Wenn die Hörstörung bestehen bleibt
Bleibt die Hörstörung auch nach längerer Behandlung bestehen, können Hörgeräte die verloren gegangenen Frequenzen ausgleichen. Selbst wenn nur ein Ohr betroffen ist, ist eine Versorgung sinnvoll, da sonst das räumliche Hören eingeschränkt sein kann. Unter Umständen lassen sich herannahende Autos oder Gesprächspartner nicht mehr eindeutig verorten.
Tritt der Hörsturz zusammen mit einem Tinnitus auf, können zusätzliche Behandlungsmethoden nötig werden. Weitere Informationen dazu finden Sie in unserem Beitrag: Tinnitus – Ursachen & Behandlung.
Vorbeugung: Wie Sie Ihr Gehör schützen
Konkrete Präventionsmaßnahmen gegen einen Hörsturz sind zwar nicht bekannt, dennoch ist ein schonender Umgang mit dem Gehör sinnvoll. Dazu gehören:
- Schutz vor Lärm und hoher Lautstärke
- ausreichend Ruhe- und Entspannungsphasen
- regelmäßige Bewegung
- Vorsorge-Hörtests etwa einmal pro Jahr
Weitere Informationen rund um das Thema Hören finden Sie in unserer Übersicht: Hörgesundheit & Hörstörungen.
Wenn Sie wissen möchten, wie moderne Hörsysteme helfen können, besuchen Sie unsere Seite zu Hörgeräten.
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